Anti-Terror/Unter Deutschen

Einfach den Finger draufhalten

Posted by Sascha Preiß on

Heute erhielt ich aus Nowosibirsk die Information, die an alle potentiellen Stipendiaten weitergegeben werden soll, dass sich in Kürze die Visabeantragung nach Deutschland für Bürger der Russischen Föderation grundlegend ändern wird. Die zwei wichtigsten Punkte sind:

1. Vor allem für Personen, die aus entfernteren Regionen nach Deutschland reisen möchten, wird die Antragstellung [durch die Ausgliederung der Annahme von Visaanträgen] einfacher, weil im Bereich der kurzen Aufenthalte bis 3 Monate die persönliche Vorsprache in Nowosibirsk wegfällt. […]

2. Ab dem 1. Februar werden […] für nationale Visa, also Aufenthalte über 3 Monate, die Fingerabdrücke der Antragsteller erfasst. Da diese Erfassung ausnahmslos erfolgen muss, kann das Generalkonsulat die bisher eingeräumten Erleichterungen für Stipendiaten leider nicht mehr gewähren. Sie müssen in Zukunft persönlich im Generalkonsulat erscheinen. Die Bearbeitungszeit für Anträge wird sich dadurch jedoch nicht verlängern.

Bedeutet: Für ein Visum bis maximal 3 Monaten Aufenthalt in Deutschland („Schengen-Visum“) kann man den Antrag per Post in Nowosibirsk einreichen. (Und es steht zu hoffen, dass man das Visum dann auch auf dem Postweg zurück erhält.) Alle längerfristigen nationalen Visa sind nur mit umfangreichen biometrischen Daten gültig. Ausnahmen von dieser Regel wird es nur in sehr wenigen Fällen geben, wie etwa auf der Webseite der Deutschen Botschaft in Tripolis / Libyen zu lesen ist (wobei die konkreten Ausnahmeregelungen für Russland noch nicht bekannt sind, aber allzu stark werden sie nicht abweichen).

Im Klartext: Jetzt darf jeder Russe, der mehr als 3 Monate nach Europa fährt und sonst noch nicht im Knast war, endlich auch das Verbrecherstempelkissen anfassen. Einfach den Finger draufhalten, und Europa öffnet sich.

Hintergrund dieser Neuregelung sind das in der europäischen Öffentlichkeit eher unbekannte Visa-Informationssystem VIS, und das Schengen-Informationssystem SIS. Beides sind Regelungen der Europäischen Union zur Vereinheitlichung der europäischen Visapolitik, die bereits seit 26. März 1995 (SIS) bzw 11. Oktober 2011 (VIS) in Kraft sind. Während das VIS die Visa-Vergabe in die EU und den Schengen-Raum vereinfachen soll, sind doch beide Systeme miteinander verknüpft: Denn das SIS ist ein Schengen-weites polizeiliches Fahndungssystem, und das VIS setzt auf das SIS auf, denn es soll vor Visa-Missbrauch schützen, „illegale Migration“ entdecken und „Bedrohungen der inneren Sicherheit der Mitgliedsstaaten“ verhindern. Damit sind SIS und VIS inhaltlich nicht nur verwandt – tatsächlich ist es ein einziges System zur Beobachtung und Kontrolle der EU-Außen- und Binnengrenzen.

Bei SIS und VIS handelt es sich um mehrere aufeinander bezogene Datenbanken, wobei die zentralen Datenbanken in Straßburg / Frankreich angelegt sind. Da das VIS vorrangig an den biometrischen Daten und Fingerabdrücke der in den Schengenraum Einreisenden interessiert ist, gibt es für die Fingerabdrücke eine eigene Datenbank: EURODAC. In ihr werden sämtliche Fingerabdrücke und weitere Daten aller Asylbewerber und sog. Drittausländer, die mind. 14 Jahre alt sind, aufgenommen. Beide Systemen, das ältere SIS und das jüngere VIS, sind immer wieder und sehr deutlich kritisiert worden. Insbesondere der mangelnde Datenschutz und die wenig aussagekräftigen Formulierungen zum Schutz von Persönlichkeitsrechten der erfassten Personen sind hierbei zu nennen. Denn erstens haben sehr viele Behörden und damit Personen Zugriff auf diese Datenbanken (Visumsbehörden, Asylbehörden, Einwanderungsbehörden, Europol, nationale Sicherheitsbehörden), zweitens ist die Abfragebegründung außerordentlich schwammig gehalten (Zugriffe werden gestattet bei Erwartung eines „wesentlichen Beitrags“ zur Arbeit der Sicherheitsbehörden), und drittens gibt es keinerlei rechtliche Grundlage, auf der „sich ein Visa-Reisender über die Abfrage seiner Daten und deren Weiterverarbeitung informieren kann“. Der Europäische Datenschutzbeauftrage Peter Hustinx nennt in seiner ausführlichen Kritik am VIS dieses „die größte grenzüberschreitende Datenbank Europas“ – erhoben werden pro Jahr bis zu 20 Mio Datensätze. Die unabhängige Plattform von Medienorganisationen und Journalisten indymedia.org nennt SIS und VIS und weitere Datenerfassungen durch die Europäische Union das „panoptische Gedächtnis der Festung Europa“ – wobei sich die „Festung Europa“ als Politik- und Wirtschaftsraum nicht nur an der Grenzgestaltung USA-Mexico orientiert.

Mit der nun angekündigten nächsten Stufe des VIS (begonnen im Oktober 2011 für Nordafrika, nachfolgend Naher Osten und Golf-Region, zudem Ostasien) und der Ausweitung der Datensammlung auf Russland, geraten damit also vorerst alle längerfristig nach Deutschland Einreisenden der Russischen Föderation in den Blick der Sicherheitsbehörden und werden polizeilich relevant erfasst. Und weil das natürlich nicht ausreicht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Erfassung in einigen Jahren auf sämtliche Visaanträge ausgedehnt.

Soviel also zur albernen Hoffnung eines visafreien Reiseverkehrs zwischen Russland und der EU.

Falls sich nun aber irgendwelche rundum abgesicherten EU-Bürger zurücklehnen sollten, weil sie das ja alles nicht betrifft und nur der Sicherheit dient: Laden Sie mal ein paar Freunde aus dem visapflichtigen Ausland ein – und schon sind sie in einer „Visa-Warndatei“ drin. Sicher ist sicher: so einfach handelt man sich den Friedensnobelpreis ein.

Und ganz ehrlich: Verglichen mit Europa stellt sich Russland bei seinen Migrationserfassungsmethoden und Grenzsicherungen (Migrationskarte, Registrierung, FSB) wirklich dilettantisch an.

Kulinarisches/Russland

Nüchtern soll das Jahr beginnen

Posted by Sascha Preiß on

Während die Supermärkte sich vor dem Jahreswechsel noch kistenweise Sekt, Wodka und Bier in die Verkaufsräume stellten, beginnt 2013 in Russland mit dem durchaus ernst zu nehmenden Versuch, die Dinge etwas nüchterner zu betrachten. Nicht allein, dass die Preise für Wodka deutlich angehoben wurden. Auch sind in den vielen kleinen Kiosken der Innenstädte seit 1. Januar der Verkauf alkoholischer Getränke verboten.

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Diesen Pavillion, in dem sich gern die Intellktuellen des Mikroraions trafen, wird man seit Neujahr vermissen.

Grund für diesen Angriff auf das Russland-Stereotyp schlechthin ist der enorme Alkoholismus, an dem jährlich etwa eine halbe Million Menschen in Russland sterben. Im abgelaufenen Jahr traten mehrere Regelungen in Kraft mit dem Ziel, den Alkoholkonsum einzuschränken. So wurde Werbung für Hochprozentiges und Bier in beinah allen Medien untersagt. Dazu gibt es gesetzliche Versuche, den Alkoholkonsum in Flugzeugen vollständig zu verbieten. Bereits verboten ist der Verkauf von hochprozentigem Alkohol nach 22 Uhr. Und die bereits seit 2010 regional geltende Ausgangssperre für Jugendliche soll insbesondere den Alkoholkonsum Minderjähriger begrenzen. Wobei stark bezweifelt wird, ob diese Maßnahmen tatsächlich greifen.

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„Nur ein nüchternes Russland wird groß!“ Beworben wird ein Seminar für neue medizinische Ausnüchterungstechnologien.

Immerhin aber gibt es inzwischen auch Versuche, Nüchternheit jenseits von Alkoholverboten attraktiv zu machen. Insbesondere nationalistische Gruppen betrachten die russische Alkoholsucht als größtes Hemmnis gegen staatliche Prosperität. Auf vkontakte.ru, dem russischen Facebook, gibt es jährlich verschiedene Aktionen, den Jahreswechsel russisch zu feiern, also nüchtern und am Neujahrstag mit einem ordentlichen Skilanglauf. Und Gennadi Onishchenko, der Vorsitzende der russischen Verbraucherschutzbehörde, der nicht nur am geplanten und sehr weitreichenden Rauchverbot in Russland beteiligt ist, warb vor dem Jahreswechsel für ein alkoholfreies Fest im Kreis der Familie.

Wobei das neue Jahr wenig hoffnungsvoll begann: am Abend des 1.1.2013 wurde ein junger Mann auf dem zugefrorenen Irkutsker Stausee von einem betrunkenen Autofahrer überfahren und starb.

Blogroll/selbst

Irkutskblog 2012

Posted by Sascha Preiß on
minimal stories/Sprache/Universität

Rhetorische Gründe

Posted by Sascha Preiß on

Vor dem Stadion der Arbeit fand eine Demonstration statt. Man befürchtete einen umfangreichen Arbeitsplatzverlust aufgrund angekündigter, weitreichender Umstrukturierungen. Der gesamte Sektor am Arbeitsmarkt würde sich grundlegend wandeln, womöglich gar irreparable Schäden davon  tragen. Die Beschäftigten waren zu tiefst verunsichert. Alle waren angehalten zu erscheinen, doch nicht alle folgten. Eine Mitarbeiterin etwa gab später an, sie sei ferngeblieben, da sie von der Protestveranstaltung nur allgemein erfahren hatte, nicht aber von ihrer Vorgesetzten konkret zu Zeit und Ort eingeladen worden war. Man hätte annehmen können, dass der Erhalt des Arbeitsplatzes wichtig genug sei, doch über allem Inhalt wacht die Strenge der zu wahrenden Form: Ihr Fehlen hatte ausschließlich rhetorische Gründe.

Kulinarisches/minimal stories

Der Nuckel

Posted by Sascha Preiß on

Die Kellnerin des Restaurants „Pivovarnya“ im 130. Quartal öffnet die Tür. Sie trägt eine strenge, antiquiert wirkende Bedienstetenkleidung, schwarzer Rock, weiße Schürze. In Brusthöhe ist ein Schild angebracht, das ihren (vermutlich realen) Vornamen angibt. An diesem Namensschild trägt sie, wie alle ihre Kolleginnen, vollkommen unpassend, einen großen bunten Nuckel. Die Gäste, drei junge Männer, treten ein, schauen sich im eher leeren Gastraum um, bewundern die hinter der Bar stehenden Braukessel. Einer der Gäste schielt wiederholt, irritiert, auf den lieblos, mit einer aufgebogenen Büroklammer am hellen Schürzenstoff befestigten Nuckel. Den Namen der jungen Frau liest er nicht. Während sie die Kleidung der Gäste in die Garderobe hängt, bittet er um Erlaubnis, ihr eine Frage stellen zu dürfen. Die Kellnerin hat bislang kein unnötiges Wort verloren, nun wendet sie sich ihm aufmerksam zu. Wieso sie denn diesen Nuckel trage, was das denn mit Bier brauen zu tun habe? Ihr Interesse ist augenblicklich verschwunden, sie lächelt gequält und sagt, das Restaurant sei jetzt ein Jahr alt, der Nuckel symbolisiere das. Es ist unverkennbar, dass das humoristisch gemeinte Accessoire niemand witzig findet, es aber für eine Weile zur Arbeitskleidung gehört. Die jungen Männer setzen sich, die Kellnerin bedient. Als sie irgendwann gehen, gibt eine andere Kellnerin die Jacken aus, sie trägt keinen Nuckel. Wo sei ihrer denn geblieben, fragt der Gast. Ach irgendwo da an der Theke, antwortet sie gemütlich, ihr sei das Ding allzu blöd. Es gäbe doch nichts Schöneres, meint er später zu seinen Kumpeln, die sich über vegetarische Lebensweise unterhalten, als ein gesundes Selbstbewusstsein.

Architektur/Irkutsk/Russland/Statistik

Produktive Arbeit

Posted by Sascha Preiß on

Die Sache mit den Ausländern ist für Inländer so ziemlich überall ein irgendwie unangenehmes Thema. Denn so ein Migrant, ist er erstmal da, schafft, scheints, hauptsächlich Probleme. Deswegen sind in vielen Ländern, z.B. in Deutschland, viele Inländer, die befürchten allerhand vom Ausländer und sogar, dass sich das Inland schließlich abschafft. So in ähnlich auch in Russland. Nur schreiben die Inländer da keine Bücher, sondern sie marschieren, z.B. durch Moskau. Oder sie machen Gesetze, die unerwünschten Umgang mit dem Ausländer zur verbotenen Tat werden lässt. Ich bin auch Ausländer in Russland und verrate jetzt mal was: Das ist eigentlich alles doch nur gut gemeint. Zum Wohle des Volkes. Schöner unsere Städte und Gemeinden. Wirklich!

Wie zum Beispiel diese schöne Broschüre aus St. Petersburg, die den Ausländern, die hier „Arbeitsmigranten“ heißen und sonst eher mit dem aus Deutschland importierten Begriff „Gastarbeiter“ bezeichnet werden, das Leben so leicht wie möglich machen soll, damit sie gute Arbeit leisten, über die sich die Inländer freuen können. Gastarbeiter eben. Daher sind sie auch konsequent als Werkzeug abgebildet. Ist ja auch so, die meisten Ausländer kommen nach Russland, um hier zu arbeiten, meist im Baugewerbe. Werkzeuge eben. Wo ist das Problem? Ist doch nur gut gemeint.

In Irkutsk aber scheint es mit der Qualität der Gastarbeiterarbeit nicht mehr so zum Besten zu stehen. Jedenfalls möchte der Gouverneur des Irkutsker Gebietes nicht mehr ganz so viele Gastarbeiter, sondern ab 2013 nur noch halb so viele. Und die andere Hälfte soll mit den Inländern gefüllt werden, die zur freien Arbeitsverfügung stehen: Studenten. Damit nämlich kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: auf ganz legalem Weg wird man die nicht ganz so populären Leute los, und gleichzeitig erhöhe sich nach Ansicht des Gouverneurs die Qualität der Arbeit. „Daran glaube ich“, sagt der Gouverneur.

Ist es eigentlich von Bedeutung, dass seit Jahren sich die Zahl der Einwohner im Irkutsker Gebiet verringert? Ist es wichtig, dass deutlich mehr Menschen aus Irkutsk weggehen als dass sie aus dem Ausland kommen und bleiben? Für die Forderung von weniger Ausländern ja sowieso noch nie gewesen. Und wenn schon Migranten, dann sollten sie bitte schon was können, wenn sie ihre Arbeitskraft in Russland einzusetzen gedenken. Oder es darf der eigene Nachwuchs endlich ran.

Der Irkutsker Gouverneur hat, scheints, den Glauben an die Schaffenskraft der jungen Leute entdeckt: Mit den Klügsten und Aktivsten der Jugend von heute, die die tollsten Vorschläge zur Entwicklung des Irkutsker Gebietes machen, möchte er sich fortan treffen. Es ist wirklich zu begrüßen, dass die Jugendlichen in diesem Umfang von der Politik ernst genommen und mit einbezogen werden. Das scheint die richtige Balance zwischen theoretischer und produktiver Arbeit, zwischen Geist und Körper, zwischen ideellen und materiellen Werten. Früher mal gab es mal in Deutschland ein wunderschönes Lied, das die Euphorie über die jugendliche Schaffenskraft ganz hervorragend ausdrückte bzw diese Kraft beim Singen überhaupt erst hervorbrachte: Und es wäre doch wirklich zu begrüßen, wenn es in Russland gelänge, das so wichtige, so migrantisierte, so vernachlässigte Baugewerbe mit neuer Schaffenskraft zu neuem Leben zu erwecken. Denn es gilt mehr denn je: Schöner unsere Städte und Gemeinden!

Irkutsk/minimal stories/Ulica

Suburbia

Posted by Sascha Preiß on

Die Hunde blicken drohend, als sie vorüber laufen. Irgendetwas muss sie von ihren üblichen Quartieren vertrieben haben. In einer ungewöhnlich großen Gruppe, beinah zehn Tiere, sind sie auf der Suche nach einer ruhigeren Ecke ihres Reviers und laufen über die frequentierte Straße. Die Autos sind vom Straßenschlamm verdreckt. Ein dunkler, schwerer Off-Roader, aus dem dunkle, schwere Gitarrenriffs dröhnen, biegt in den Innenhof ein und bremst hart vor der Haustür. Niemand steigt aus. Stattdessen ertönt bestimmt die Hupe. Etwas weiter steht eine Limousine mit laufendem Motor herum, ohne Insassen. Die Sandkästen des Spielplatzes sind zugeschneit, vereist, teilweise wieder aufgetaut, Dreck und Matsch. Im Sommer liegen hier die Hunde, die Mütter mit ihren Kleinkindern an verbogener Schaukel, Wippe und Karussel ignorierend. Unter den Bänken, auf denen pelzig die Hofältesten bei besserem Wetter sitzen und die verdorbene Jugend von heute beklagen, liegen ein paar Bierflaschen. Können aber auch vom umgestoßenen Mülleimer sein. Zwei Jungs übernehmen den Platz, um zu bolzen. Der eine drischt den Ball in Richtung Tor, verfehlt es klar und trifft ein parkendes Auto. Von der minutenlangen Alarmanlage lassen sie sich nicht stören. Auch hinter den Gardinen keine Regung. Es ist an diesem arbeitsfreien Montag mal einfach gar nichts los.

Wildbahn

Fang den Yeti

Posted by Sascha Preiß on

…und weil sonst nichts los ist: Irgendwas mit Schneemensch und Sibirien geht immer. http://german.ruvr.ru/2012_10_28/92638107/ Besonders aufregend, dass der Yeti direkt aus der Hölle, genauer: der „Asasskaja-Hölle“ (es gibt also mehrere, diese liegt bei Kemerovo) kommt.

Die Existenz des Yetis war selbstverständlich erwartet worden, schließlich dient das Höllenwesen zum Touristenfang wie sonst nur Nessi in Schottland und Frodo in Neuseeland. Seit 2009: http://www.russland-news.de/sibirische_provinz_geht_mit_dem_yeti_auf_touristenfang_23739.html

Und seither beschäftigt er offenbar die „Wissenschaft“. http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/haarreste-gefunden-russen-wollen-mit-yeti-tourismus-ankurbeln/4739810.html

Sogar zu ethnologischen Studien hat man es gebracht: http://german.ruvr.ru/2012_08_02/83753200/ Und wer jetzt nicht weiß, was ein Hominologe so macht und was Kryptozoologie ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Kryptozoologie

In Kürze gibt es eine ernstzunehmende Veröffentlichung von den Kindern Erich von Dänikens zum Thema.

Ästhetik/Irkutsk

Momentaufnahme

Posted by Sascha Preiß on
Anatol/Liljana/Unter Deutschen

Der 800€-Pass oder Wie man ein mit Formularen und Anträgen erfülltes Leben führen kann

Posted by Sascha Preiß on

Auch nach Anatols Geburt haben, wie schon bei Lili, wieder jede Menge Freunde, Kollegen, Verwandte und allgemein Interessierte gefragt, ob denn unsere Kinder auch die russische Staatsbürgerschaft hätten oder bekommen würden oder beantragen könnten, sie seien doch beide in Russland zur Welt gekommen. Letzteres ist eindeutig unstrittig, doch sowohl Russland als auch Deutschland sind nicht als Staaten bekannt, die allzu freigiebig mit der Vergabe ihrer staatlichen Zugehörigkeit umgehen. Während das in Deutschland seit 1914 geltende und erst 2000 reformierte Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz inzwischen das Konzept doppelte Staatsbürgerschaft kennt, spielt dieses in Russland keine Rolle. Grundsätzlich gilt für beide Länder das Abstammungsprinzip, bedeutet: Es ist unerheblich, wo jemand geboren wird, sondern welchen Pass die Eltern, vorrangig die Mutter hat. (Mit der Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft in Deutschland wurde das Geburtsortsprinzip für in Deutschland Geborene wieder eingeführt.) Für uns Migranten gilt daher: Biologie kommt vor Geografie, und weil wir beide deutsche Staatsbürger sind, sind es in jedem Fall auch unsere Kinder und das russische Recht sieht das absolut genauso.

Viele Fragenden nehmen das mit einer gewissen Enttäuschung zur Kenntnis, eine doppelte Staatsbürgerschaft wäre doch etwas Interessantes gewesen und beantragen lässt sich so nur noch ein Wechsel, aber wozu das. Meinen russischen Kollegen ist dieser rechtliche Quark aber schon lange egal, Hauptsache gesund und munter und gültig ist sowieso nur das gefühlte Geburtsortsprinzip: Unsere Kleinen sind schließlich „echte Sibiriaken“ – und wenn sie das sagen, mit einem sehr großen Lächeln, klingt es wie eine ganz besondere Ehre…..

Um nun aber sich durchs russische Riesenreich bewegen zu können, benötigt man ein gültiges Staatsbürgerdokument. Innerhalb Russlands genügt im ersten Jahr die offizielle Geburtsurkunde. Die zu bekommen ist gar nicht so schwierig, man nimmt die weißen, grünen und rosa Zertifikate, die man bei der Entlassung aus der Geburtsklinik bekommen hat (oder auch zwei-drei Wochen später, wann sie eben fertig sind), geht zu dem Einwohnermeldeamt, das für den Stadtbezirk zuständig ist, in welchem das Kind geboren wurde, und erhält innerhalb von 1-2 Stunden die grüne Svidetel’stvo o Rozhdenii, nur echt mit rundem Stempel. So einfach kann russische Bürokratie sein, hätte jetzt auch niemand erwartet, oder? Aber ach, für eine Reise außer Landes, etwa zu Oma & Opa, braucht das Kind einen Pass. Und das geht so:

Weil wir als gute Arbeitsmigranten über keinen eigenen Wohnsitz mehr in Deutschland verfügen und daher ins Ausland abgemeldet sind, ist die in allen administrativen Fragen für uns zuständige deutsche Behörde das Generalkonsulat Nowosibirsk. Es wird zur allgemeinen Beeindruckung immer wieder hinzugefügt, dass dieses Konsulat dasjenige mit dem weltweit größten Amtsbezirk ist, nämlich vom Omsker Gebiet bis nach Wladiwostok bzw nach Kamtschatka und zur Beringstraße. (Sollten Sie mit diesen geografischen Angaben überfordert sein, schauen Sie einfach selbst in den Atlas, ich habe jetzt wirklich keine Lust, zu recherchieren und einzeln zu verlinken, wo das alles so liegt.) Rechtlich ist es so, dass jede passausstellende Behörde Deutschlands zur Passbeantragung den Antragssteller persönlich sehen muss, bei Kindern die beiden Eltern dazu. Es entstand folgende Situation: Anatol wurde am 21. März geboren, Frühlingsanfang, Internationaler Tag des Waldes, Welttag der Poesie und Welt-Down-Syndrom-Tag. Am 28. Juni lief Jennys Visum ab, das nach unserem Kenntnisstand nicht um ein weiteres Jahr verlängert werden und daher in Berlin mit Einladung der Universität neu beantragt werden musste. Da uns nicht allzu viel Zeit blieb, buchte ich einen Flug für den 28.06. nach Berlin und am 18.08. zurück nach Irkutsk, im Büro der Airline hieß es, die Nachbuchung des Kleinkindes mit dem Reisepass ist problemlos gegen geringe Gebühr möglich. Aber so einen Pass erstmal haben: Wenn Antragssteller und Eltern in Nowosibirsk erscheinen müssen, bedeutete das eine innerrussische Reise von 2×34 Zugstunden oder 2×1600 Flugkilometer für 4 Personen, denn Lili würden wir selbstverständlich mitnehmen müssen – alles in allem eine wenig angenehme Fahrt, die sich aufgrund der schlechten und teuren innerrussischen Flugverbindungen, die sich preislich bei 500,- € hin-und-zurück pro Erwachsenem und ähnlich auch bei der Bahn bewegen, zzgl Hotelübernachtungen auf mindestens 4 Tage und etwa 1500-2000 € erstrecken würde – für einen Kinderreisepass von max. 6 Jahren Gültigkeit. Unsere Anfrage ans Generalkonsulat um Erleichterung der Prozedur, bei der Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stünden, schließlich wären wir jahrelang in Russland tätige Kulturmittler und daher auch einigermaßen offiziell und bei Lili vor drei Jahren konnte auf ihr persönliches Erscheinen auch verzichtet werden, wurde abschlägig beschieden, so seien die Regeln und die gelten eben auch für alle. Dass die Existenz des Kindes, wie aus den 38-seitigen Richtlinien zur Passbeantragung, die uns der zuständige Mitarbeiter des GK mitschickte, von einem vor Ort lebenden Deutschen offiziell bestätigt werden oder gar ein Konsulatsmitarbeiter selbst anreisen und nach dem Kinde schauen könnte, wurde großzügig ignoriert. Die Sache verkomplizierte sich im Mai, als Jenny in die Notaufnahme musste, da Hebammen, Chefärztinnen und sonstige Würdenträger unserer Geburtsklinik irgendwie die gesamte Nachgeburt übersehen hatten. Die eigentlich schon geplante Nowosibirsk-Reise, terminlich bestätigt aber aus allzu großem Widerwillen noch nicht gebucht, musste also abgesagt werden. Die Ärzte verordneten Jenny und Anatol umfangreiche Bettruhe und Vermeidung von Reisestrapazen, was der zuständige Konsulatsmitarbeiter am Telefon damit kommentierte, er verstünde nicht, wieso Frau und Kind derzeit nicht reisen könnten, einen Monat später, wenn das Visum abläuft, dann aber doch. Auf ein, und sei es nur aus rein formalen Gründen in den Hörer oder in eine Mail gerotztes „Gute Besserung“ wartete man ebenso vergebens, wie zuvor nicht auch nur der Hauch einer Andeutung von „Herzlichen Glückwunsch zur Geburt“ o.ä. zu vernehmen gewesen war. Es handelt sich ja um eine Behörde. Das Kind hatte für einen voll gültigen Reisepass zu erscheinen, oder aber, wenn nur ich ihn mit entsprechenden Vollmachten meiner Frau und Attesten der Ärzte ausgestattet allein beantragen würde, könne der Pass maximal ein Jahr gültig sein, dies würde auch eine Anfrage an die „Zentrale“ in Berlin in unserem Fall ergeben haben, obwohl die nur antworteten, Ausstellungsprocedere und Passdauer lägen im Ermessen des Konsulates. Und es ermaß strikt. Selbst der direkt angeschriebene Konsul, dem ein Kollege in Nowosibirsk persönlich auf unsere Bitte hin den Fall zur Unterstützung vortrug und mündlich auch entsprechendes formuliert zu haben schien, schwieg sich auf unsere dreifache Anfrage bzw Bitte um Prozedurerleichterung hin aus. Lieber kommentierte er eine Mail bezüglich der Visaanträge von Studierenden mit den Worten: „A lack of planing on your side does not contribute an emergency on our side.“ Ich kann Ihnen heute wirklich nicht mehr sagen, warum wir diesen ziemlich arroganten Satz als sehr persönliche Unverschämtheit empfanden, formuliert von einer Person, die sich sonst Würde anmaßt. Als ich schließlich allein mit jeder Menge Papier, beglaubigt, übersetzt, mit Apostille versehen und ebenfalls beglaubigt und übersetzt etc, in Nowosibirsk aufschlug, war selbstverständlich von den mit unserem „Vorgang“ beschäftigten männlichen Mitarbeitern bzw Leitern des Konsulates und deren zuständigen Abteilungen niemand sichtbar. Den Papa im direkten Sicht- und Gesprächskontakt ein bisschen beruhigen durften die stets freundlichen weiblichen Konsulatsmitarbeiterinnen.

Und so erhielt ich innerhalb von vier Stunden einen Pass, der mit Antragsgebühren, Flug- und Hotelkosten und Gebühren für Übersetzungen und Beglaubigungen 800,- € gekostet hat, nur ein Jahr gültig ist und also nächstes Jahr neu beantragt hätte werden müssen, selbstverständlich nur mit versammelter Familie vor dem Schalter und 2000 € Reisegeld. Schwierigkeit dabei: Um wieder nach Russland einreisen zu können, musste ich für Anatol ein Visum in Berlin beantragen, das an mein ebenfalls neu zu beantragendes Arbeitsvisum gekoppelt ist – wobei diese Arbeitsvisa für ein Jahr gültig sind, aber erst einmal nur für 3 Monate vergeben werden, um sie dann in Russland verlängern zu lassen. Spätestens diese Verlängerung aber hätte Tolja nicht mehr bekommen, denn der Reisepass muss mindestens noch 6 Monate nach Ablauf des Visums gültig sein, so dass wir spätestens im Oktober einen neuen Pass hätten beantragen müssen, und ich weiß nicht, ob Arbeitsvisa und ihre Verlängerungen von einem auf den anderen Pass übertragbar sein können, oder ob wir nicht mit dem neuen Pass gleich nochmal in Berlin ein neues Visum hätten beantragen dürfen.

Sind Sie noch dran?

Hier: So sah der schöne teure Pass aus. Denn die Lösung, mehrfach angeboten von der freundlichen Mitarbeiterin des Konsulates, die meinen Antrag vor meinen Augen bearbeitete, geht so: Jede deutsche Passbehörde in Deutschland kann uns einen Pass ausstellen, wenn sie einen Ermächtigungsantrag an die für uns zuständige Behörde (Nowosibirsk) stellt. Die Mitarbeiterin des Bürgeramtes der Stadt Brandenburg an der Havel wusste darum und tat das, und nach zwei Wochen, in denen die Brandenburger Kollegin schriftlich Nowosibirsk glaubhaft versichern musste, dass wir auch wirklich als komplette Familie bei ihr vorsprechen und nicht wieder so krumme Dinger drehen mit Vollmacht etc, konnte sie uns nun also einen 6jährigen Reisepass für Tolja ausstellen und den alten, teuren, ungültig machen. (Und weil wir schon dabei waren, haben wir gleich noch einen neuen für Lili mit dazu genommen, denn mit drei Jahren sah sie ihrem alten Passbild von 4 Monaten nicht mehr wirklich ähnlich.)

Aber soweit waren wir eigentlich noch gar nicht, denn ich befand mich immer noch irgendwo in Sibirien. Zwar hatte ich nun, Anfang Juni, einen Pass für Tolja, aber so einfach kommt man damit nicht aus Russland raus. Man braucht weiterhin ein gültiges Ausreiseticket und, das wichtigste, ein Transitvisum. Letzteres ist eine russische Spezialität: Jeder Ausländer, der Russland betritt, muss eine Migrationskarte ausfüllen, doppelt (seit diesem Sommer wird das nicht mehr per Hand im Flugzeug gemacht, sondern die Passbeamtin übernimmt das per Computer, sehr angenehm), eine Hälfte behält die Passkontrolle bei der Einreise, die andere muss bis zur Ausreise aufbewahrt werden und wird bei der Passkontrolle abgegeben – es ist eines der wichtigsten Dokumente, über die man als Ausländer in Russland verfügen kann. Tolja nun aber, gebürtiger Ausländer, war ja selbst nie nach Russland eingereist, woher sollte er also seine Migrationskarte haben? Für solche Fälle gibt es das Transitvisum, das spätestens 10 Arbeitstage vor Ausreise bei der Migrationsbehörde beantragt werden muss, das ist ein grünes Papier, kostet 200,- Rubel und drei schwarz-weiß-Passfotos. Man braucht lediglich einen Pass (vorhanden) und das Ausreiseticket.

Und damit kommt endlich Herr Wowereit ins Spiel. Genauer: die Sache mit dem Flughafen. Ich hatte ja damals, im April, Flugtickets gebucht, hin und zurück. Und jetzt wollte ich eben den kleinen Tolja mit dazubuchen. Das ging aber nicht so ohne Weiteres, weil auf den Tickets das Ziel BER vermerkt war, inzwischen hatte sich aber herausgestellt, dass BER auf unabsehbare Zeit nicht existieren würde, was ich einfach mal pauschal dem Berliner Bürgermeister zur Last lege. Und wegen ihm verbrachte ich einige Stunden und Akkufüllungen am Mobiltelefon in sehr ausführlichen Gesprächen mit der Moskauer Zentrale der Fluggesellschaft, über die die Flüge gebucht waren – und jeder neue Mitarbeiter hat klarerweise keine Ahnung von meinem Problem und ich darf alles von vorne erzählen. Aber ich bin doch nachhaltig beeindruckt und möchte den Kolleginnen dort auch einmal wirklich danken, dass innerhalb von zwei Tagen doch alles ganz wunderbar funktioniert hat und ich nur meine Kreditkartendaten am Telefon aufsagen brauchte, um für ca 75,- Euro ein Ticket für unser Söhnchen zu kaufen, mit dem auch fristgerecht das Transitvisum beantragt werden konnte – kurz: Alles war bis dahin gut.

In Deutschland dann stand fast als allererstes der Besuch beim Brandenburger Bürgeramt an zwecks Passneubeantragung, wie erwähnt. Denn so der Ablaufplan für den Sommer: Die neuen Pässe bzw ein Foto von ihnen mussten dann nach Irkutsk an meine Uni, damit diese Einladungen ausstellen kann, die von der Migrationsbehörde in Kopie an das russische Konsulat in Berlin geschickt werden, wo ich die Visa beantragen wollte. Die Einladungen sollten per Kurier – wir hatten es bereits nach Mitte Juli, etwa eine Woche Postversand, dazu noch 14 Tage Visabearbeitung im russ. Konsulat, unser Rückflugtermin Mitte August war noch nicht in großer Gefahr – nach Brandenburg geschickt werden, allerdings macht das Leben ja nur halb so viel Freude, wenn alles nach Plan läuft. Also vergaß ich eine Kontakttelefonnummer anzugeben, ohne die kein Kurier verschickt. Das bemerkte ich erst zwei Wochen später, weshalb sich der Versand doch sehr verzögerte und eine Umbuchung des Rückfluges drohte. Anfang August wurde per Mail zwar der vorhandene Rückflug bestätigt, aber das war vorerst unwichtig. Schließlich trafen die Einladungen doch zu spät für eine rechtzeitige Visabeantragung ein, und ich rief erneut die Moskauer Zentrale an bzw versuchte mein Glück erst einmal in einem Kontaktbüro in Berlin, das auf der Website der Airline angegeben ist. Eine freundliche Frau meldete sich, wollte partout nicht auf deutsch mit mir reden und auf die Schilderung meines Problems der späten Einladungen und Flugumbuchung erklärte sie mir Einzelheiten des Visaantragsverfahrens im russischen Konsulat Berlin. Denn dort arbeitete sie und nicht im Büro der Airline, diese habe nämlich falsche Kontaktdaten auf der Website angegeben, doch die richtigen wusste die Frau am Telefon auch nicht. Also probierte ich das Büro in Frankfurt. Das immerhin hatte die richtige Nummer aufgeschrieben, aber helfen konnte mir der Mitarbeiter dort auch nicht, denn die Tickets hatte ich ja in Russland und zudem im Internet gekauft, da bleibe mir nur die Moskauer Zentrale. Außerdem sehe er gerade, dass unsere Rückflugtickets storniert seien, am 9.August. Das war der Tag, an dem ich schriftlich die Flugbestätigungen erhalten hatte. Den Grund für die Stornierung konnte er nicht nennen, ich müsse mich für alle weiteren Fragen ohnehin, sowieso, wie gesagt. Also tat ich das. Und wieder einmal war ich schwer von dieser Moskauer Zentrale beeindruckt, denn innerhalb von einer halben Stunde hatte ich die aus unbekannten Gründen stornierten Tickets wiederbelebt, dazu eine neue Buchungsnummer, mit der ich nach Erhalt der Visa die neuen Tickets buchen könne. Die Visa selbst bekam ich innerhalb von zwei Tagen, zwei Wochen hätte es gedauert, wenn ich voll gültige Jahresvisa mit Mehrfacheinreise beantragt hätte. Ich fragte nicht nach; der Mitarbeiter im vergangenen Jahr hatte behauptet, diese Jahresvisa würden überhaupt nicht ausgestellt, nachdem er eben jene ein weiteres Jahr zuvor selbst bereits ausgestellt hatte…. Egal. Die Visa waren da, jetzt umbuchen. Und auch das ging wieder ganz problemlos per Anruf nach Moskau. Für die Bezahlung wurde ich unter meiner deutsche Nummer angerufen, zuerst für die eigentliche Gebühr, dann noch einmal, weil 37,- Rubel (80 Cent) für Anatols Ticket in der ersten Rechnung vergessen worden waren. Und am Nachmittag hatte ich neue Flugtickets. Und es war ein verdammtes Glück: Selbst wenn die Einladungen rechtzeitig gekommen wären, hätten wir doch am 18. August ziemlich blöd im Flughafen rumgestanden, weil die alten Flüge noch mit den alten Pässen der Kinder gebucht waren, und mit den neuen hätten wir dann einfach nicht fliegen können.

So aber hatten wir diese ganze Reisescheiße noch ziemlich gut überstanden, Pässe, Visa und Flugtickets. Und zwischendrin gab es dann auch mal Momente, an denen Formulare und Konsulate keine Rolle spielten. Und das ist es doch allemal wert.