minimal story 9

Während des Gesprächs klingelt ein Telefon, von den drei auf dem Tisch liegenden gehört Igor das läutende. Ein seriös geführtes Telefonat, es geht um die Aufführung, die er für die Weihnachtszeit vorbereitet. Eine Geschichte mit Djed Moroz, Väterchen Frost, dem russischen Weihnachtsmann, und Snjegurotschka, dem Schneeflöckchen, seiner weiblichen Begleitung, dazu Winnie Pooh und eine ganze Reihe anderer Figuren aus allerlei russischen Märchen (ja, Winnie Pooh zählt auch dazu, denn es existiert eine außerordentlich populäre sowjetische Kopie, Винни-Пух), eine Aufführung für Kinder sei das, aber auch für Erwachsene. Diese Veranstaltung, erzählt er nachher, ist sogar schon von einem Freund für ein Gastspiel in Moskau gebucht. Als das Telefonat zu Ende ist, lacht Igor plötzlich laut los. Das wäre ein sehr russischer Anrufer gewesen. „Ich habe ihm alles zu unserer Aufführung gesagt, er fand das gut und wollte das für sich zu Hause haben. Und er wollte wissen, ob wir dazu auch einen Striptease anbieten.“


Sascha Preiß

http://www.pselbst.de

siehe http://www.pselbst.de/irkutsk/uber-mich/

Comments ( 2 )

  1. ReplyJenny
    Ich glaube, das war umgedreht. Zuerst gab es den Trickfilm Винни-Пух in der Sowjetunion und später hat Walt Disney den dann kopiert und weltweit Millionen damit gemacht.
  2. Replyp.selbst
    nein, zuerst war das buch von Alan Alexander Milne, dann Disney und dann erst die sowjetische Version: "Von 1966 bis 1983 wurde die Buchvorlage fünf Mal von der Walt Disney Company für 25-minütige Zeichentrickfilme bearbeitet sowie von 1969 bis 1972 dreimal vom russischen Animationsfilmer Fjodor Chitruk (* 1. Mai 1917 in Twer)." http://de.wikipedia.org/wiki/Puh_der_B%C3%A4r

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