Suburbia

Die Hunde blicken drohend, als sie vorüber laufen. Irgendetwas muss sie von ihren üblichen Quartieren vertrieben haben. In einer ungewöhnlich großen Gruppe, beinah zehn Tiere, sind sie auf der Suche nach einer ruhigeren Ecke ihres Reviers und laufen über die frequentierte Straße. Die Autos sind vom Straßenschlamm verdreckt. Ein dunkler, schwerer Off-Roader, aus dem dunkle, schwere Gitarrenriffs dröhnen, biegt in den Innenhof ein und bremst hart vor der Haustür. Niemand steigt aus. Stattdessen ertönt bestimmt die Hupe. Etwas weiter steht eine Limousine mit laufendem Motor herum, ohne Insassen. Die Sandkästen des Spielplatzes sind zugeschneit, vereist, teilweise wieder aufgetaut, Dreck und Matsch. Im Sommer liegen hier die Hunde, die Mütter mit ihren Kleinkindern an verbogener Schaukel, Wippe und Karussel ignorierend. Unter den Bänken, auf denen pelzig die Hofältesten bei besserem Wetter sitzen und die verdorbene Jugend von heute beklagen, liegen ein paar Bierflaschen. Können aber auch vom umgestoßenen Mülleimer sein. Zwei Jungs übernehmen den Platz, um zu bolzen. Der eine drischt den Ball in Richtung Tor, verfehlt es klar und trifft ein parkendes Auto. Von der minutenlangen Alarmanlage lassen sie sich nicht stören. Auch hinter den Gardinen keine Regung. Es ist an diesem arbeitsfreien Montag mal einfach gar nichts los.

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